NFC (near field communication)

Was ist NFC? Definition & Geschichte

Als NFC (Near Field Communication, Nahfeldkommunikation) wird der internationale technische Standard für die drahtlose Datenübertragung über sehr kurze Distanzen (in der Regel wenige Zentimeter) bezeichnet. Heute ist NFC die dominierende Technologie für kontaktloses Bezahlen an der Ladenkasse sowie für digitale Zugangssysteme und Smart-Home-Anwendungen.

Historisch ist die Technologie aus der Logistikbranche gewachsen, wo bereits in den 1980er-Jahren der Vorgänger RFID zur Warenverfolgung eingesetzt wurde. 2002 formulierten die Konzerne Philips und Sony erstmals eine neue technische Definition unter dem Namen NFC. 2006 wurde die erste offizielle Spezifikation veröffentlicht und das erste NFC-fähige Mobiltelefon auf den Markt gebracht.

Heute unterscheiden wir bei der Übertragung grundlegend zwei Arten:

  • Verbindungslose Übertragung: Eine Kombination aus einem passiven Chip (z. B. auf einer physischen Kredit- oder Girokarte) und einem aktiven Lesegerät (dem Zahlterminal am PoS).
  • Verbindungsbehaftete Übertragung: Die Kommunikation zwischen zwei aktiven Geräten (z. B. Smartphone/Smartwatch und Zahlterminal beim Mobile Payment).

Entgegen älterer Vorurteile ist auch die passiv-verbindungslose Übertragung auf modernen Zahlungskarten durch den EMV-Standard und dynamische Verschlüsselung hochgradig gegen Skimming und Missbrauch abgesichert.

Ablauf einer NFC-Zahlung am Point of Sale (PoS)

Kontaktloses Bezahlen ist im deutschen Einzelhandel inzwischen absoluter Standard – weit über 80 % aller Kartenzahlungen finden ohne Einstecken der Karte statt. Der technische Ablauf dauert nur Bruchteile einer Sekunde.

So läuft ein kontaktloser Bezahlvorgang ab:

  1. Aktivierung: Sobald der Kassenbetrag auf dem Zahlungsterminal erscheint, aktiviert das Terminal ein schwaches elektromagnetisches Feld.
  2. Datenaustausch: Sie halten Ihre NFC-fähige Kreditkarte, Ihr Smartphone oder Ihre Smartwatch an das Display oder die Seite des Terminals (gekennzeichnet durch das Wellen-Symbol).
  3. Verarbeitung: In einem Bruchteil einer Sekunde tauschen Karte bzw. Gerät und Terminal die für die Transaktion notwendigen, verschlüsselten Zahlungsdaten aus.
  4. Bestätigung: Ein optisches und akustisches Signal (Piepton) am Terminal bestätigt die erfolgreiche Zahlung. Bei Beträgen ohne PIN-Abfrage dauert der gesamte Prozess meist weniger als zwei Sekunden.
  5. Belegdruck: Zahlungsbelegt wird gedruckt.
Titel und Kurzbeschreibung zur Infografik
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Höchste Sicherheit: Kontaktloses Bezahlen per Token

Beim kontaktlosen Bezahlen über mobile Endgeräte (wie Apple Pay oder Google Pay) kommt mit der Tokenisierung die derzeit sicherste Zahlungsmethode zum Einsatz:

Anstatt der echten Kreditkartennummer (PAN – Primary Account Number) wird bei der Einrichtung in der Wallet ein gerätespezifischer digitaler Platzhalter, der sogenannte Token, auf dem Sicherheitschip des Smartphones hinterlegt.

Echte Kreditkarte (PAN)Digitaler Token
Wird auf der physischen Karte abgedrucktWird ausschließlich verschlüsselt im Gerät gespeichert
Bleibt dauerhaft gleichIst an ein spezifisches Gerät gebunden
Könnte bei Händler-Lecks theoretisch entwendet werdenIst für Hacker wertlos, da nicht auf andere Geräte übertragbar

Beim Bezahlen an der Kasse überträgt das Gerät per NFC ausschließlich diesen Token sowie ein dynamisches Einmal-Kryptogramm an das Terminal. Der Händler erfährt niemals unsere echten Kartendaten. Selbst wenn Daten auf dem Übertragungsweg abgefangen würden, ließen sie sich für keine weitere Transaktion verwenden.

Kontaktloses Bezahlen per Token

Kontaktloses Bezahlen via Token
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Sicherheit & Haftung: Wer haftet für missbräuchliche NFC-Zahlungen?

Kontaktloses Bezahlen ist nicht nur bequem, sondern auch rechtlich stark durch europäische Standards (wie die Zahlungsdiensterichtlinie PSD2) geschützt:

  • Sicherheits-Limits ohne PIN: Um bei Verlust oder Diebstahl einer physischen Karte Missbrauch zu verhindern, ist die Eingabe einer PIN grundsätzlich erst ab einem Betrag von 50 Euro erforderlich. Zudem muss die PIN spätestens nach fünf aufeinanderfolgenden kontaktlosen Zahlungen oder beim Erreichen einer Gesamtsumme von 150 Euro erneut eingegeben werden.
  • Biometrie beim Mobile Payment: Wer mit dem Smartphone oder der Smartwatch bezahlt, legitimiert sich in der Regel per Face ID, Fingerabdruck oder Gerätecode. Hier entfällt das 50-Euro-Limit, da die biometrische Entsperrung bereits als starke Kundenauthentifizierung (SCA) gilt.
  • Haftungsregeln: Sollte eine physische Karte verloren gehen oder gestohlen werden, ist die gesetzliche Haftung für Verbraucher vor der Sperrmeldung auf maximal 50 Euro begrenzt – vorausgesetzt, es liegt keine grobe Fahrlässigkeit vor. Ab dem Moment, in dem wir den Verlust bei unserer Bank oder über den zentralen Sperr-Notruf melden, haftet das Kreditinstitut für sämtliche unrechtmäßigen Abbuchungen zu 100%.

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