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Extragebühren für PayPal und Sofortüberweisung – BGB erlaubt Entgelte

Kristin Halle Aktualisiert: 29.03.2021 2 Min. Lesezeit

Urteil des Bundesgerichtshof (BGH) Aktenzeichen: I ZR 203/19: Laut einem neuen Urteil des BGH dürfen Verkäufer für die Zahlungen per Sofortüberweisung und PayPal ein zusätzliches Entgelt erheben. Sobald ein Zahlungsdienstleister eingeschaltet ist greift das gesetzliche Verbot nicht.

Im Fall beim BGH ging es um das Münchener Fernbusunternehmen Flixbus. Flixbus hatte versucht die Gebühren für den Service auf die Kunden abzuwälzen. Die Wettbewerbszentrale schaltete sich daraufhin ein und stieß ein Musterverfahren an, um die Frage der Gebührenübernahme grundsätzlich zu klären. Die Klage wurde in letzter Instanz vom BGH-Richter abgewiesen.

Somit bleiben zusätzliche Entgelte beim Bezahlen per Banküberweisung, Lastschrift und Kreditkarte gesetzlich verboten. Bei Einschaltung eines Dienstleisters der z.B. die Bonitätsprüfung übernimmt, darf allerdings Geld für diese zusätzliche Leistung verlangt werden.

Das heißt, obwohl die Sofortüberweisung letztlich auch nur eine SEPA-Überweisung ist, können hier Gebühren anfallen. Denn die Gebühren würden nicht für die Überweisung, sondern für die zwischengeschaltete Prüfdienstleistung fällig werden. Bislang haben die Geldempfänger diese Dienstleistung bezahlt.

Bei PayPal verhält es sich ähnlich. Auch hier könne es zu einer SEPA-Lastschrift kommen, wenn das Konto des Kunden ausreichende Deckung aufweist. Aber wie bei der Sofortüberweisung fällt hier das Zusatzentgelt nicht für den Lastschrifteinzug an, sondern für die zwischengeschaltete Dienstleistung. Zudem müssen bei PayPal sowohl der Zahlende als auch der Empfänger über ein PayPal-Konto verfügen. Ist dieses nicht hinreichend gedeckt, kann PayPal die Zahlungen per Lastschrift einziehen. Und auch hier trägt bisher nur der Empfänger die von PayPal erhobenen Kosten.

Durch das neue BGH-Urteil dürfen die Händler nun frei wählen, ob sie diese zusätzliche Gebühr direkt an die Kunden, welche den Service nutzen, weiterreichen möchten. PayPal hatte durch eine Änderung seiner AGB Anfang 2018 genau dies verhindern wollen.

Auch Flixbus hatte auf die Geltendmachung der Gebühren für die beiden Dienste beim Kunden verzichtet.

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Projektleiterin

Kristin Halle

Kristin Halle hat sich auf die Bereiche Finanzen und Wirtschaft spezialisiert. Nach dem Erwerb der allgemeinen Hochschulreife an einem beruflichen Gymnasium mit wirtschaftswissenschaftlichem Schwerpunkt schloss sie 2016 ihr Bachelor-Studium der Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Controlling in Leipzig ab. Zudem verfügt sie über die Ausbildereignung (IHK) und ist bei uns als Ausbilderin für Nachwuchskräfte tätig. Ihre berufliche Laufbahn bei Franke-Media.net begann sie zunächst als Junior Analystin. Mittlerweile leitet sie bei uns als Projektmanagerin die Portale Kreditkarte.net, Konto.org und Kostenloses-konto.net. In dieser Funktion verantwortet sie die kontinuierliche Qualitätssicherung und Aktualität der vorgestellten Finanzprodukte. Sie arbeitet stetig an der Weiterentwicklung unserer Vergleiche, Testverfahren und Ratgeberinhalte. Darüber hinaus wirkt sie aktiv an Affiliate-Marketing-Kooperationen und der Betreuung unserer Partnernetzwerke mit.