So bezahlt Deutschland: Bargeld ist zweitrangig
In der aktuellen Ausgabe der Zahlungsverhaltenstudie kommt die Bundesbank zu einem Ergebnis, das manche schockieren wird: In Deutschland fällt die Bargeldnutzung zum Bezahlen unter 50 Prozent. Hier sind die interessantesten Ergebnisse und Trends in fünf Punkten zusammengefasst.
1. Transaktionen werden am meisten mit Bargeld bezahlt
Obwohl der Anteil von Barzahlungen unter 50 Prozent sinkt, liegt Bargeld mit 44,7 Prozent klar vor Debitkarten, mit denen 26,2 Prozent aller Transaktionen bezahlt werden. Im Vergleich zur letzten Erhebung hat die Bargeldverwendung 5,8 Prozentpunkte verloren. Insgesamt wurden in der Studie rund 18.500 Zahlungen in Geschäften und bei Onlinekäufen ausgewertet.
Der Prozentsatz von Bargeld bleibt jedoch auch bei den Zahlungen im Geschäft bei 45 Prozent. Debitkarten haben jedoch einen größeren Anteil von 37 Prozent.
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2. Mit Debitkarten wird am meisten gekauft
Am Umsatz gemessen gehen Debitkarten klare Gewinner der Studie hervor. 27,8 Prozent der Gesamtausgaben laufen über Debitkarten ab. Bargeld macht hingegen nur noch 23,3 Prozent aus. Knapp dahinter liegen Lastschriften bzw. Überweisungen, die auf 22,8 Prozent des Umsatzes angewachsen sind. Der Umsatz von Debitkarten lag schon seit 2020 über dem des Bargeldes.
Auch im Laden dominieren Debitkarten 45 Prozent des Umsatzes. In der aktuellen Umfrage hat die Bundesbank zum ersten Mal die Debitkarten nach Anbietern aufgeschlüsselt. Im Jahr 2025 machte die girocard allein 21,9 Prozent des gesamten Umsatzes aus.
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3. Unbare Zahlungsmittel sind doppelt so beliebt wie Bargeld
Unbare Zahlungsmittel sind erstmalig der bevorzugte Zahlungsweg für über 50 Prozent aller Befragten nach eigener Aussage. Während 52 Prozent unbare Zahlung bevorzugten, Bargeld wurde von 26 Prozent genannt. 22 Prozent hatten keine Präferenz. Wurde genauer nachgefragt, werden von 69 Prozent Debitkarten als bevorzugte unbare Zahlungsmethode angegeben.
4. Heimliche Gewinner sind Internet- bzw. mobile Bezahlverfahren
Obwohl Debitkarten an der Spitze des Gesamtumsatzes stehen, ist der Umsatzanteil im Gegensatz zu 2023 gesunken. Internetbezahlverfahren hingegen wachsen 3,2 Prozentpunkte auf 8,9 Prozent und mobile Zahlungsmethoden mit Smartphone oder Smartwatch steigern sich um 2,4 Prozentpunkte auf 7,4 Prozent. Auch der Anteil der Transaktionen steigt für mobile Bezahlverfahren um vier Prozentpunkte auf 10,2 Prozent.
Ähnlich wie Bargeld spielt das Bezahlen mit mobilen Endgeräten ausschließlich im stationären Handel eine Rolle. Wird dieser allein betrachtet, verdoppeln sich sowohl der Anteil an Transaktionen wie auch am Umsatz. Mobiles Bezahlen ist in allen Bevölkerungsgruppen häufiger als im Jahr 2023 und nimmt für alle Beträge zu. Sowohl für Beträge unter fünf Euro bis unter 500 Euro zücken Verbraucher ihre mobilen Geräte. Bevorzugt wird das mobile Bezahlen besonders in den Altersgruppen der 18- bis 24-Jährigen (37 Prozent) und der 25- bis 34-Jährigen (35 Prozent).
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5. Überweisungen und Lastschriften haben ein Comeback
Im Internet werden rund 50 Prozent aller Transaktionen mittels Internetbezahlverfahren getätigt, allerdings nur 32 Prozent des Umsatzes. Tatsächlich überwiegen Überweisungen und Lastschriften mit 45 Prozent des Online-Umsatzes.
Damit werden Banküberweisungen gegenüber Anbietern wie PayPal konkurrenzfähig. Unter den Internetbezahlverfahren hält PayPal eine Vormachtstellung. Rund 77 Prozent aller Befragten haben ein Konto dort, an zweiter Stelle hat sich Klarna bei 48 Prozent der Befragten etabliert.
