Revolut-Datenleck: Hacker erbeuten Kundendaten über perfiden Behörden-Trick
Die Digitalbank Revolut ist Opfer eines ausgeklügelten Datenklaus geworden. Kriminelle nutzten die legitime E-Mail-Adresse einer Regierungsbehörde, um an sensible Nutzerdaten zu gelangen. Unter den Betroffenen befindet sich offenbar auch ein deutscher Unternehmer, während die Hacker das Finanzinstitut nun erpressen.
Die Masche: Datenklau per Behörden-Mail
Wie Revolut inzwischen bestätigte, haben unbefugte Dritte eine offizielle E-Mail-Domain einer Regierungsbehörde genutzt, um betrügerische Auskunftsanfragen an die Bank zu stellen. Nach Angaben der Täter handelte es sich dabei um die Polizei-Mailadresse eines südeuropäischen Landes. Da Behörden, etwa zur Strafverfolgung, grundsätzlich Daten bei Banken anfordern dürfen, gaben die Täter sich erfolgreich als Ermittler aus und erbeuteten so Informationen einer „begrenzten“ Anzahl an Kunden.
Deutscher Gründer betroffen – Hacker fordern Lösegeld
Das Ausmaß des Lecks wird auf dem Messenger-Dienst Telegram sichtbar. Dort veröffentlichten die Täter in einer (inzwischen gelöschten) Gruppe das angebliche Foto des Personalausweises eines deutschen Gründers, der einen digitalen Marktplatz für ein populäres Onlinespiel betreibt. Der Unternehmer kommentierte kursierende Screenshots des Lecks auf der Plattform X (ehemals Twitter) bereits mit den Worten: „Ah wtf @Revolut“.
Die Betreiber des Telegram-Accounts behaupten, im Besitz der Daten zahlreicher weiterer deutscher Revolut-Nutzer zu sein. Um weitere Veröffentlichungen zu stoppen, fordern die Hacker nun Geld von der Digitalbank.
Revolut gibt Entwarnung für Kundengelder
Revolut hat nach eigenen Angaben die betreffende E-Mail-Adresse umgehend gesperrt sowie Regierungs-, Strafverfolgungs- und Finanzaufsichtsbehörden informiert. Das Unternehmen betont:
„Die Systeme von Revolut sowie die Gelder unserer Kunden sind davon nicht betroffen.“
Die betroffenen Kunden seien direkt kontaktiert worden, um sie zu informieren und zu unterstützen.
Rückschlag für Expansionspläne?
Für das Online-Geldhaus, das weltweit mehr als 80 Millionen Kunden zählt, kommt der Vorfall zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Revolut strebt derzeit nicht nur eine US-Banklizenz bei den als streng geltenden amerikanischen Behörden an, sondern bereitet sich Berichten zufolge auch auf einen möglichen Börsengang in zwei Jahren vor – mit einer angestrebten Unternehmensbewertung von bis zu 200 Milliarden US-Dollar.
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Quelle:
- WirtschaftsWoche / Techcrunch



