Kreditkartenkredite November 2025 - Zinsen, Volumen, Ausfallquoten, Spreads

Kreditkarten werden in Deutschland immer häufiger eingesetzt. Wir analysieren die neusten Daten dazu, wie Verbraucher in Deutschland mit Kreditkarten umgehen und welche Zinslast daraus entsteht. Dabei wagen wir auch den Vergleich zur Eurozone und den USA heran. Im Ursprungsland der Kreditkarte ist die Nutzung der Kredite nach offiziellen Zahlen rückläufig.

Volumen

Das Kreditkartenvolumen in Deutschland nimmt weiterhin zu: Verbraucher zahlten im September 2025 7,66 Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahr. Damit liegt der Anstieg klar über dem Kreditvolumen in der Eurozone, das im Vorjahresvergleich im September nur um 1,3 Prozent stieg. In den USA sind Kreditkartenausgaben weiterhin rückläufig und waren 2,26 Prozent niedriger als im September 2024.

Screenshot eines dynamischen Balkendiagrams, das die prozentuale Veränderung des Kreditkartenkreditvolumens an Verbraucher in Deutschland, der Eurozone und den USA zeigt

Zinslast

Die monatliche Zinslast von Kreditkartenkredite in den USA belief sich im September 2025 auf 18,5 Mrd. USD Zinsen. Im September des Vorjahres war die Zinslast für amerikanische Verbraucher noch 19,46 Mrd. USD schwer und erreichte einen Spitzenwert von 19,79 Mrd. USD im Dezember 2024.

Der bestehende Trend seit 2021 ist immer noch aktuell: Innerhalb der letzten vier Jahren haben sich die monatlichen Zinsen für Verbraucher in den USA mehr als verdoppelt.

Screenshot des Balkendiagramms monatliche Zinslast für Kreditkartenkredite in USA

Währenddessen greifen Verbraucher in Deutschland traditionell nicht annährend so oft auf die Möglichkeit der Ratenzahlung bei Kreditkarten zurück. Erst in der zweiten Hälfte von 2022 stiegen die Zinslastwerte explosionsartig. Dadurch erhöhte sich die Zinslast in Deutschland der letzten zehn Jahre um 103,3 Prozent, während im selben Zeitraum sich die Zinslast in den USA um 182,4 Prozent steigerte.

Ihren Höhepunkt hatte die Zinslast vor einem Jahr im September 2024: 104,1 Mio. EUR mussten deutsche Verbraucher stemmen. Im September 2025 erreichte sie laut unseren Berechnungen 101,93 Mio. Euro. Grund dafür sind vor allem die sinkenden Kreditkartenzinsen, denn die Nutzung von Kreditkarten erhöht sich in 2025 weiterhin.

Screenshot eines Balkendiagramms, das die monatliche Zinslast für Kreditkartenkredite in Deutschland zeigt

Auch für die Eurozone als Ganzes liegt der Höhepunkt der Zinslast im September 2024. Für diesen Monat ergaben unsere Berechnungen eine Zinslast von 515,45 Mio. EUR. Ein Jahr später errechneten wir eine Zinslast in Höhe von 503,27 Mio. EUR. Insgesamt hat sich die Zinslast in den letzten zehn Jahren um 22,1 Prozent erhöht.

Screenshot eines Balkendiagramms, das die monatliche Zinslast für Kreditkartenkredite in der Eurozone zeigt

Ausfallquoten

Was die Ausfallquoten bei Kreditkartenkrediten angeht, steht es um die großen Banken in den USA laut Daten der FED weiterhin wesentlich besser als kleine Banken. Die Ausfallrate von Kreditkartenkrediten der kleinen Banken fiel im zweiten Quartal 2025 um sechs Basispunkte auf 7,1 Prozent. Trotzdem ist der Anteil mehr als doppelt so hoch wie die gleichbleibende Ausfallquote der Großbanken: 2,93 Prozent.

Screenshot eines Kurvendiagramms, das die Ausfallrate von Kreditkarten-Krediten für Groß- und Kleinbanken in den USA nach Quartal zeigt

Zinsentwicklung und Spread

Im dritten Quartal sind die Sollzinsen für Kreditkarten in den USA auf 21,39 Prozent gestiegen, 23 Basispunkte höher. Die die Zinssätze der deutschen Kreditkarten liegen zurzeit bei 16,97 Prozent, nur einen Basispunkt über dem Vormonat. Auch der Durchschnitt der gesamten Eurozone ist leicht von 16,4 Prozent auf 16,42 Prozent gestiegen. Kreditkartenzinssätze im Vereinigten Königreich liegen am tiefsten, verzeichneten aber auch Zuwachs. Im September stieg der durchschnittliche Zinssatz um neun Basispunkt auf 8,88 Prozent im Vergleich zum August.

Screenshot eines Kurvendiagramms, das die Kreditkartenzinssätze in Deutschland, Großbritannien, der Eurozone und USA zeigt

Der Blick auf die Auswertung aller von uns verglichenen Kreditkarten zeigt, dass die Sollzinsen aktuell durchschnittlich 18,61 Prozent p.a. betragen und sich in einem Bereich zwischen 13,45 bis 24,60 Prozent Sollzins p.a. bewegen. Während Minimum und Maximum sich seit Februar 2024 nicht mehr verändert haben, ist der Mittelwert seit Juni 2024 um mehr als einen Prozentpunkt gefallen. Damals verzeichneten wir unseren bisherigen Höchstwert des Durchschnittzinssatz: 19,47 Prozent.

Screenshot des Kurvendiagramms, das das Maximum, das Minimum und den Mittelwert der Kreditkartenzinssätze im Vergleich von kreditkarte.net zeigt

Laut unseren Berechnungen sank der Spread zwischen den Sollzinsen für Kreditkartenkredite und Dispokredit auf dem Girokonto im September um elf Basispunkte von 7,61 auf 7,50 Prozentpunkte gefallen. Auslöser war in diesem Monat der steigende Dispozins. Der Spread zwischen Sollzinsen bei Kreditkarten und Zinsen fürs Tagesgeld blieb währenddessen konstant bei 16,53 Prozentpunkten Differenz.

Screenshot eines Kurvendiagramms, das den Spread zwischen Kreditkartensollzinsen und Überziehungszinsen zeigt
Screenshot eines Kurvendiagramms, das den Spread zwischen Kreditkartensollzinsen und Tagesgeldzinsen zeigt

Quellen

Volumen, Zinslast und Ausfallquoten bei Kreditkartenkrediten

Sollzinsen für Kreditkartenkredite und Spread zu Dispozinsen sowie Tagesgeld

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