Sicherheitspanne bei PayPal führt zu Zahlungsstopp
Wie Recherchen der Süddeutschen Zeitung ergaben, kam es am Montag, dem 25. August 2025, zu einem spektakulären Vorfall: Mehrere deutsche Banken setzten für mehrere Stunden die Ausführung von Transaktionen im Gesamtwert von mutmaßlich über zehn Milliarden Euro aus. Es ist bereits das zweite sicherheitsrelevante Ereignis rund um PayPal im laufenden Monat.
Summen in vermutlich zweistelliger Milliardenhöhe eingefroren
Auslöser war eine auffällige Häufung verdächtiger Lastschriften beim US-Zahlungsdienstleister. Laut SZ bemerkten Banken am Montag, dass in der Vorwoche ungewöhnlich viele Lastschrifteinzüge über PayPal erfolgt waren. Die Vermutung: Ein technischer Fehler in einem Prüf- oder Sicherheitssystem ermöglichte die Verarbeitung von Abbuchungen, die normalerweise blockiert worden wären.
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Wer steckt hinter den betroffenen Banken?
- DZ Bank: Zentralbank für die fast 700 deutschen Volks- und Raiffeisenbanken
- Helaba: Landesbank Hessen-Thüringen Girozentrale erledigt Zahlungsverkehr u.a. für Frankfurter Sparkasse und 1822direkt
- Bayerische Landesbank: Mutterunternehmen der DKB
PayPal dominiert in Deutschland und weltweit
Nicht nur für Verbraucher, deren Guthaben auf dem PayPal-Konto möglicherweise eingefroren wurde, ist dies ärgerlich – auch Händler sind betroffen. PayPal gilt seit Jahren als bevorzugter Zahlungsdienstleister der Deutschen für Online-Transaktionen. Laut dem EHI Retail Institute wurden im Jahr 2024 rund 28,5 Prozent des Online-Umsatzes über PayPal abgewickelt. Die Zahlungen erfolgen entweder durch eine vorherige manuelle Überweisung auf das PayPal-Konto oder werden direkt per Lastschrift von einem verknüpften Bankkonto eingezogen.
Weltweit machte PayPal allein in 2024 einen Umsatz von 31 Milliarden US-Dollar und wickelte über sechs Milliarden Zahlungsvorgänge ab.
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PayPal agiert längst nicht mehr ausschließlich als Zahlungsabwickler. Seit 2022 bietet das Unternehmen deutschen Kundinnen und Kunden die Möglichkeit, Zahlungen aufzuschieben oder in Raten zu begleichen. Mit dem Angebot „Später Bezahlen“ lässt sich eine Zahlung um bis zu 30 Tage hinauszögern. Damit reiht sich PayPal neben Klarna und weiteren Anbietern in die Kategorie „Buy Now, Pay Later“ ein. Zusätzlich stellt PayPal Geschäftskunden eine eigene Mastercard zur Verfügung, die direkt mit dem PayPal-Konto verknüpft ist.
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Europa sucht nach Alternativen
Der Erfolg von PayPal auf dem europäischen Markt sorgt zunehmend für Unbehagen – sowohl bei lokalen Banken als auch auf EU-Ebene. Das Interesse, einem US-amerikanischen Anbieter die Marktmacht zu überlassen, ist gering. Dennoch sind bisherige Versuche, eine europäische Alternative zu etablieren, gescheitert: Die deutschen Lösungen Giropay und paydirekt, eingeführt 2005 bzw. 2014, wurden 2024 stillschweigend eingestellt.Als Nachfolger wurde „wero“ von der European Payments Initiative vorgestellt, wie bereits im Juni 2024 berichtet wurde.
Echtzeitüberweisungen als Hoffnungsträger?
Auch Echtzeitüberweisungen könnten eine Alternative darstellen. Seit Januar 2025 sind deutsche Banken verpflichtet, solche Zahlungen empfangen zu können. Dennoch wurden 2023 lediglich 5,7 Prozent aller SEPA-Überweisungen in Deutschland in Echtzeit ausgeführt – häufig, weil Banken dafür zusätzliche Gebühren verlangten. Eine neue EU-Verordnung hat dem nun ein Ende gesetzt. Ob sich Echtzeitüberweisungen künftig durchsetzen, bleibt abzuwarten.
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Empfehlungen für Verbraucher
Verbraucherschützer raten PayPal-Kunden zur erhöhten Vorsicht. Folgende Maßnahmen helfen, sich vor Betrugsversuchen zu schützen:
- Kontobewegungen beobachten: Sowohl das Guthaben des verknüpften Bankkontos als auch des PayPal-Kontos sollte in den nächsten Tagen regelmäßig überprüft werden. So können sie fehlerhafte Abbuchungen früh erkennen und möglichst schnell reagieren.
- Passwort ändern: Aufgrund des Datenlecks sollte das Passwort für das PayPal-Konto geändert werden. Achten sie darauf, ein starkes, ungenutztes Passwort zu verwenden. Wenn noch nicht erfolgt, sollte Zwei-Faktor-Authentifizierung eingeschaltet werden.
- Passwort nie weitergeben: Sowohl in E-Mails als auch anderswo fragen Anbieter nie nach ihren Zugangsdaten.
- Einloggen in App oder Web: Loggen sie sich nur über die PayPal-App oder die selbst eingegebene Webseitadresse in ihr Konto ein. Keinesfalls sollten sie in Emails auf Links zum Einloggen in ihr Konto klicken.
- Vorsicht vor Phishing: Möglicherweise werden fingierte E-Mails, die vorgeben, von PayPal zu stammen, an sie gesendet. Echte Emails können sie an der Adresse "service@paypal.de", einer persönlichen Anrede und konkreten Details zu Vorgängen.
- Ruhe bewahren: Es mag etwas Zeit vergehen, bis Lastschriften bei Banken freigegeben werden, dies sollte aber innerhalb der nächsten Tage passieren.
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Weiterführende Links
- Ratgeber: Kreditkarte oder PayPal
- Wero als europäische Alternative zu PayPal
- Paydirekt am Ende: Deutsche Banken wickeln den Online-Bezahldienst ab
- "Echtzeitüberweisung flächendeckend verbindlich" - konto.org, 08.01.2025.
- "Nächste Panne bei PayPal – mehrere deutsche Banken stoppen Lastschriften in Milliardenhöhe" - Business Insider, 27.08.2025.
- "Unberechtigte Lastschriften über Paypal sorgen für Verunsicherung" - Handelsblatt, 27.08.2025.
- "Paypal festigt Spitzenposition" - EHI Retail Institute e.V., 07.05.2025.
- "Bezahlen nach 30 Tagen: PayPal bietet neue Zahlungsoption an" - IT Finanzmagazin, 31.01.2022
- "Chaos um PayPal: Was Sie über den Zahlungsstopp wissen müssen" - Verbraucherzentrale, 28.08.2025
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